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Wie findet man die Wildtiere am Besten - Fußabdrücke, Kot und Fressspuren sind am erfolgversprechensden

Kennt man bereits das ungefähre Zielgebiet, ob nun per Peilortung oder durch sonstige Informationsquellen dann verfeinern sich die Suchmethoden. Und während die meisten Gäste, wie wir auch, versuchen zwischen den Büschen und Bäumen ein Tier zu entdecken - man kann ja auch Glück haben - gucken die professionellen Guides auf den Boden. Die Suche anhand von Fußabdrücken, Kothaufen und Frassspuren ist natürlich deutlich zielgerichteter und letztendlich auch wesentlich erfolgreicher.

Auch wenn es der Part der professionellen Guides ist diese Spuren zu finden und richtig zu deuten lohnt es sich da genau zuzuhören und zu lernen. Oft bekommt man es auf so einem Gamedrive nämlich gar nicht mit wonach man eigentlich gerade auf der Suche ist. Sind wir noch auf der Suche nach den Löwen? Oder gab es gerade eine neuere, erfolgversprechendere Info und wir suchen jetzt das Nashorn? So klar und deutlich bekommt man das meist nicht mitgeteilt.

Und gerade für Fotografen ist es schon wichtig möglichst genau zu wissen was man zu erwarten hat. Ob man es nun gleich mit einem große, kleinen, schnellen oder eher trägen Tierart zu tun haben könnte. Ansonsten hat man womöglich leider gerade die völlig falsche Brennweite oder unpassende Belichtungseinstellungen voreingestellt, was mir zum Glück dann doch nicht so oft passiert.

Zwar lässt sich kaum eine Wildtierbegegnung genau planen, aber so kann man seine Chancen auf ein gelungenes Foto doch zumindest deutlich erhöhen.

Der Guide erklärt uns gerade die Unterschiede zwischen dem Fußabdruck eines Löwen und der einer Hyäne

Wie findet man die Wildtiere am Besten - Peilsender grenzen ein Suchgebiet schon mal ziemlich gut ein

Da sowohl die meisten Nationalparks aber auch die Farmgebiet in Namibia ziemlich groß sind, ist es natürlich sinnvoll das Suchgebiet nach einer bestimmten Tierart möglichst einzugrenzen.

Da die meisten in den Nationalparks mit dem eigenen Fahrzeug unterwegs sind ist man da auf die Infos der anderen Besuchern angewiesen. Dafür liegen in den Anmeldebüros sogenannte "Spotbooks" aus in denen man jede eigene Sichtung mit Ortsangaben und Zeitpunkt eintragen kann. Natürlich werden da in erster Linie die Sichtungen von eher seltenen Tierarten aufgeführt - Löwen, Geparden, Hyänen, Elefanten, Nashorn, etc.

Das ist auf jeden Fall eine sehr gute Möglichkeit das Suchgebiet schon mal etwas einzugrenzen. Am Besten schaut man da mal rein, bevor man auf eigene Faust und nur auf gut Glück losfährt. Auf diese Weise haben wir auch die Löwen im Ethosha National Park gefunden.

Und fragen, immer fragen...was hab ihr wann und wo gesehen? Viele wissen nichts von diesen Spotbücheren oder haben keine Lust ihre Erlebnisse da einzutragen oder es gibt da keine. Da muss man sich halt so die Informationen holen. Auch die Farmbetreiber oder Angestellte haben uns da gerne und oft die entscheidenenden Hinweise gegeben.

Auf einigen Farmen gibt es dann noch professionelle Hilfsmittel, wie zum Beispiel Peilsender mit deren Hilfe man das Suchgebiet eingrenzen kann. Meist sind die Leittiere mit einem solchen Peilsender ausgestattet und mit Hilfe eines Ortungsgerätes kann man zumindest schon mal die Richtung und eine ungefähre Entfernungsangabe machen. Das sind keine präzisen Positionsangaben, wie die eines GPS Gerätes. Aber die Chancen die Tiere in einem bestimmten Gebiet zu finden erhöhen sich dadurch enorm.

Unser Guide mit einem Ortungsgerät, auf der Suche nach den Elefanten

Am Besten waren die Gamedrives auf der Erindi Lodge organisiert. Dort hat man extra Spotter, die mit eigenen Fahrzeugen unterwegs sind und jede Sichtung sofort per Funk und oder direkt an die anderen Gamedrive-Fahrzeuge weiter geben. Es gibt sogar einen Hubschrauber auf den man zurückgreifen kann, was wir allerdings nicht mitbekommen haben. Und hat eine Gruppe etwas Interessantes gesehen, dann werden sofort auch alle anderen darüber informiert.

Somit erhöht sich die Chancen auf etwas Besonderes natürlich enorm, vor allem wenn auch noch alle Safarifahrzeuge gleichzeitig unterwegs sind. Noch besser Durchorganisieren kann man das kaum. Auf der anderen Seiten führt das auch dazu, dass sich schnell mal mehrere Fahrzeuge um eine Löwengruppe scharren. Dafür hat man sie aber wenigstens auch tatsächlich gesehen.

Ein offener Pickup ist als Safarifahrzeug fürs Fotografieren sehr viel besser geeignet, es sei denn es regnet...

Pickups sind die üblichen Farmfahrzeuge. Auf der Ladefläche werden Tiere, Menschen und Material transportiert. Und zumindest die kleinere Farmen nutzen auch ihre Alltags-Pickups für die Gamedrives. Man steht dann hinten auf der Ladefläche.

Hier mal die Delux-Komfort-Version - mit einer zusätzlichen, gepolsterter Sitzbank auf der Ladefläche - von der Okambara Elephant Lodge extra für uns zur Verfügung gestellt.

mit einem Pickup auf dem Gamedrive - Karsten und unser Guide beim ersten Morgenkaffee
Wie gesagt, man steht oder falls vorhanden sitzt hinten auf der Ladefläche des Pickups. Falls nötig kann man auch das Dach der Fahrerkabine als Stand- oder Auflagefläche nutzen. Ich habe da auch schon mal das Dreibein-Stativ draufgestellt um eine noch höhere Position zu kriegen - natürlich nur im Stand. Meist hab ich aber einen Beanbag genutzt. Man kann den auch auf dem Foto sehen, der "schwarze Hubbel" in der Mitte oberhalb vom Fahrzeugdach. So hat man eine völlige freie Rundumsicht, optimal zum Fotografieren.

Bei ruppigem Untergrund steht man am Besten, so kann man die Schläge mit den Beinen am Besten abfedern. Die Fotoausrüstung habe ich im Fotorucksack belassen und diesen direkt hinter der Fahrerkabine mit mehreren Karabinerhaken gesichert. So hatte ich beide Hände frei und trotzdem alles sehr schnell griffbereit. Diese Sicherung ist übrigens sehr ratsam - durch das Gerüttel und Geschüttel verteilt sich ansonsten die gesamte Ausrüstung mit der Zeit auf der gesamten Ladefläche.

Karsten, wie er hinten auf dem Pickup steht. Auf dem Boden sieht man meinen fixierten Lenstrekker und darüber noch den Beanbag auf dem Überrollbügel
Der einzige Nachteil bei den Pickups ist natürlich, dass man ordentlich nass wird, wenn es regnet. Und es hat viel geregnet, sehr viel sogar. In der ersten Woche eigetlich jeden Tag. Ok, man kann es oft schon von weitem sehen, wenn es zu regnen anfängt. Und in dem Fall haben wir unsere Fotoausrüstungen schnell auf dem Beifahrersitz in Sicherheit gebracht. Für uns selbst blieb dann aber leider nur noch die ungeschützte Landefläche und wir sind trotz Regencapes regelmäßig bis auf die Knochen nass geworden. Aber wenigsten kann man sich bei den Pickups noch hinter die Fahrerkabine ducken und kriegt so nicht auch noch all zu viel von dem kühlen Fahrtwind ab.

Der Fahrer / Guide habt es bei den Pickups dagegen besser, der sitzt nämlich ansonsten bei den anderen Safarifahrzeugen meist offen im Regen.



Die üblichen Safarifahrzeuge, wie man sie meist in Namibia vorfindet - sehr gute Aussicht aber nicht so gut zum Fotografieren

Es scheint wohl so zu sein, dass man in Afrika, je nach Land sehr unterschiedliche Fahrzeugtypen für die Safaritouren bevorzugt. Oh sorry, in Namibia heißt das natürlich "Gamedrive".

Auf jeden Fall darf man in Namibia nur in den Nationalparks Touren mit dem eigenen Fahrzeug unternehmen. Auf den Farmen ist das in der Regel nicht oder nur sehr eingeschränkt erlaubt, wie zum Beispiel für die An- und Abreise. Will man also Tiere in der Wildnis sehen, dann muss man einen Gamedrive beim Farmbetreiber buchen. Das hat ja auch den Vorteil, dass sich die Leute sich meist sehr gut auf ihrem Gelände auskennen und man muss nicht selbst fahren, kann sich also ganz auf das Suchen und Beobachten der Tiere konzentrieren.

In Namibia hat man sich wohl auf diese Sonderkonstruktion von Land Rover geeinigt. Fast alle größere Farmen machen ihre Gamedrives mit dem gleichen Modell. Vorne, etwas tiefer sitzt der Fahrer und hinten gibt es drei erhöhte Sitzreihen mit je drei Sitzen für die Gäste. Eventuell findet auch noch ein Gast vorne mit auf dem Beifahrersitz Platz.

2 Gamedrive Fahrzeuge der Erindi Safari Lodge - beim obligatorischen Sundowner
Die erhöhte Sitzposition ist gerade auch in der Regenzeit sehr vorteilhaft. Da das Gras dann teils bis zu 2 Meter hoch steht hat man aus dieser Höhe einen viel besseren Blick auf die Tiere als beispielsweise von der niedrigeren Fahrerkabine aus. Ausserdem sitzt man geschützt unter dem Sonnendach und bei Regen können da auch Seitenwände herunter gelassen werden, so dass man nicht nass wird. Zum Entdecken und Beobachten der Wildtiere sind diese Safariautos also schon super.

Etwas anders sieht es da beim Fotografieren aus, zumindest wenn man mit einer großen Fotoausrüstung unterwegs ist. In meinem Fall zum Beispiel mit einem 600mm f4.0 Objektiv. Da sollte man auf jeden Fall versuchen wenigsten in der vordersten Sitzreihe ein Plätzchen zu kriegen. Am Besten man erscheint also immer noch etwas früher am Meeting Point und kann sich dann den Sitzplatz noch aussuchen.

Von der vordersten Sitzreihe aus hat man dann zumindest nach vorne und seiner Seite hin ein freies Schussfeld, ohne den Vordermann mit seinem Superteleobjektiv zu traktieren. Und man kann da auch einen Beanbag als stabile Unterlage auf einem der beiden Überrollbügel einiger maßen sinnvoll verwenden. Auf den hinteren Rängen kann man aller höchstens noch ein Einbeinstativ sinnvoll einsetzen oder eben aus der Hand fotografieren.

Blickfeld aus der ersten Reihe über den Fahrer hinweg. Links unten kann man noch meinen Beanbag erahnen
Für den Transport hatte ich das große Teleobjektiv natürlich schon in einem großen Fotorucksack (Lenstrekker) verstaut. Während der Gamedrives habe ich das große Objektiv mit Body aber zwischen den Beinen abgestellt. Das hat ganz gut geklappt und auch bei den ruppigen Fahrten durchs Gelände hat man so noch beide Hände frei um sich gut festhalten zu können.

Unglaublich, aber das gibt nach wie vor in Namibia - unrühmliche Abschuss-Safaris, fälschlicherweise von den Tätern auch gerne "Jagd" genannt

Man mag es kaum glauben, aber Namibia ist auch nach wie vor ein beliebtes Reiseziel für bornierte Trophäen-Sammler. Als Jäger mag ich diese Täter nicht bezeichnen, denn damit hat es nun mal nichts gemein. Hier wird einem gegen Zahlung einer Gebühr ein argloses Opfer zum Töten zugeführt. Und ein ganze Trupp von lokalen Helfern sorgt dafür, dass auf keinen Fall zu anstrengend oder womöglich gefährlich für den Auftraggeber werden wird.

Auf manchen Webseiten wird fälschlicherweise damit argumentiert, dass man damit auch Überpopulationen bei den Wildtieren "reguliert". Angeblich soll es aktuell im Nordwesen Namibias zu viele Elefanten geben. Jetzt sollen die Farmer aus dem Gebiet die Abschüsse der "Trophäenträgern" (... oh mein Gott, was für eine schreckliche Bezeichnung) vermarkten. Und das sagt sagte die Ministerin für Umwelt und Tourismus Namibias, Netumbo Nandi-Ndaitwah.

Da wundert es mich nicht, dass die staatliche Fluggesellschaft ausgerechnet "Jagd- und Golfausrüstungen" kostenfrei als "Sportgepäck" nach Namibia transportiert – Fotoausrüstungen beispielsweise aber ausdrücklich nicht.

Man findet im Internet übrigens eine ganze Reihe deutscher "Veranstalter", die da unter andern auch schamlos mit den Fotos von ihren "Kunden" werben, wie diese sich prahlend mit dem Kadaver ihrer Opfer zeigen. Da kann man ja schon mal nachschauen, wer sich da schon mal unbedacht als Täter oder auch Täterin outet.