Die San sind ein Volk im südlichen Afrika. Sie gelten als dessen erste Bewohner und stehen möglicherweise sogar an der Wurzel des menschlichen Stammbaums insgesamt, wie genetische Untersuchungen zeigen. Der Terminus San (Fremde) wurde von viehhaltenden Khoisan-Gruppen benutzt, um sich von den als Jäger und Sammler lebenden Khoisan-Gruppen zu unterscheiden - sich selbst nannten sie Khoikhoi (wahre Menschen).
Angaben über die erste Besiedlung des südlichen Afrikas durch die San gehen weit auseinander: sie reichen von etwa 10.000 Jahre bis 25.000 Jahre zurück. Die San pflegten einen nomadischen Jäger-und-Sammler-Lebensstil.
Gab es vor 2.000 Jahren noch etwa 300.000 bis 400.000 San, so sind es heute im gesamten südlichen Afrika noch etwa 100.000. In Botswana (49.000), Namibia (38.000), Südafrika (4.500), Angola (6.000), Sambia (1.600) und Simbabwe (1.200) stellen sie nur noch eine Minderheit dar. Ein Großteil ist auf Farmen als Arbeiter angestellt. Nur wenige leben heute noch auf traditionelle Art und Weise.
Die San zählen zu den egalitären Gesellschaften, die sich ohne ein übergeordnetes politisches Führungssystem organisieren. Auch eine formale Rechtsprechung wird nicht ausgeübt. Verstöße gegen die moralischen Grundsätze der San werden schlimmstenfalls mit einem Ausschluss aus der Gemeinschaft geahndet.
Die San haben eine animistische Religion. Sie befragen zum Beispiel ein Orakel aus Tonstücken vor einem Jagdzug und glauben an krankmachende Geister und Heilung durch Trancetänze. Geistheiler oder -heilerin (meist ältere Frauen) kann jedes Gruppenmitglied sein, das zusätzliche spirituelle Fähigkeiten aufweist. Da die San sehr gut die Wirkungen verschiedener Pflanzen in ihrer natürlichen Umgebung kennen, kommen auch pflanzliche Heilmittel zum Einsatz.
Nomadisierende Kleingruppen von oft 40 bis zu höchstens 200 Menschen setzen sich – neben verwandtschaftlichen Beziehungen – nach persönlichen Vorlieben flexibel zusammen. Über Gruppenbelange (wie Jagd, Ortswechsel usw.) wird gemeinsam entschieden. Einfluss auf Entscheidungen haben hierbei individuelle Erfahrungen, Kenntnisse und Überzeugungskraft.
Spezialisierte Berufe sind nicht bekannt. Allerdings findet eine Arbeitsteilung nach Geschlechtern statt. Die Jagd auf größeres Wild wird ausschließlich von Männern durchgeführt. Die San jagen auch mit Wurfspeeren sowie Pfeil und Bogen, wobei die Pfeile, mit denen sie z.B. Antilopen jagen, vergiftet sind mit der braunen Flüssigkeit aus dem Körper gesammelter Diamphidia-Larven.
Die älteste Form der menschlichen Jagd war die noch waffenlose Ausdauerjagd. Diese beruht auf der gegenüber fast allen Säugetieren überlegenen Ausdauer des Menschen beim Laufen. Die San erlegen noch heute schnelle Huftiere wie Zebras oder Steinböckchen ganz ohne Fernwaffeneinsatz, indem sie so lange hinter diesen herlaufen, bis diese entkräftet zusammenbrechen. Bis zu 40 Stunden dauert die Verfolgung einer großen Kudu-Antilope bis zu deren Erschöpfung. Bezeichnet wird so eine Hetzjagd als „Der Große Tanz“. Ihrem Empfinden nach werden die Jäger eins mit dem Kudu, versetzen sich in das Kudu, ahnen seine Wege voraus und erlegen es zuletzt aus kurzer Distanz mit dem Speer.
Das Lebende Museum der Nharo - LCFN: "Die Nharo – San sind eine Gruppe Buschleute, die seit Jahrtausenden in der westlichen Kalahari leben. Ihr früherer Lebensraum, der durch einwandernde Hereros vor 250 Jahren stark zurückgedrängt wurde, reichte damals bis weit ins zentrale Namibia hinein. Archäologische Funde in der Gegend um den heutigen Flughafen belegen ihre frühere Anwesenheit hier. Auf der 'Airport Farm' hat sich nun eine Gruppe Nharo wieder angesiedelt und ein Lebendes Museum errichtet, wo sie Besuchern zeigen, wie sie lange vor der schwarzen und der weissen Kolonisierung gelebt haben. In originaler Tracht und mit historisch korrekten Aktivitäten kann der Besucher hier einen einzigartigen Einblick in die uralte und hochfaszinierende Kultur dieser Ureinwohner des südlichen Afrika gewinnen.
Neben dem Lebenden Museum an sich gibt es ein paar wunderschön gelegene Campingplätzte direkt am Seeis Revier (einem großen Trockenfluss), in der wildreichen Wildnis gelegen. Schattige rustikale Zeltplätzte mit Blick auf die Wildtränke, mit Wasser, Buschdusche und Toilette mit Ausblick, suchen seinesgleichen. Die San verwalten auch diesen Campingplatz. Die Übernachtung kostet 50 N$ pro Person, ein Bündel Feuerholz gibt es für 15 N$."
This San family lives on "The Rock Painting Lodge" in Erongo Conservancy near Omaruru
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Urbevölkerungen Namibias – Die Damara
Das Lebende Museum der Damara - LCFN: "Das Lebende Museum der Damara in der Nähe von Twyfelfontein ist das erste traditionelle Damara - Projekt in Namibia und das Einzige seiner Art. Nirgendwo anders hat man die Möglichkeit in dieser Form etwas über die traditionelle Kultur der Damara zu erfahren."
Die Damara (Nama: !uinida, Herero: ozonduka) sind eine afrikanische Volksgruppe mit Siedlungsgebieten u. a. in Namibia. Sie werden auch Bergdama genannt, da Damara eigentlich eine weibliche Dualform ist. Die Dama selbst bezeichnen sich als "Nu-khoin", schwarze Menschen, wobei die schwarze Hautfarbe als Schönheitsideal wahrgenommen wird.
Totenfurcht und Heilerkult kommen eine große Bedeutung zu. Auch der "Speisemeisterei" (Vorkostertum) und Initiationsfeiern (junge Männer werden auf ihr Leben als Jäger vorbereitet) spielen eine religiös wichtige Rolle.
In Namibia stellen sie etwa 8% der Bevölkerung (Schätzung 1994: 132.000). Im Zusammenhang mit dem Odendaal-Plan richtete das Apartheidsregime in Südafrika das Damaraland 1973 als Homeland für die Damara zwischen dem Kaokoland und der Namib-Randzone ein. Die Damara leben heute in zumeist ärmlichen Verhältnissen von Gartenbau und Viehzucht oder von der Minenarbeit im sog. "Kupferdreieck".
Die Damara (Nama: !uinida, Herero: ozonduka) sind eine afrikanische Volksgruppe mit Siedlungsgebieten u. a. in Namibia. Sie werden auch Bergdama genannt, da Damara eigentlich eine weibliche Dualform ist. Die Dama selbst bezeichnen sich als "Nu-khoin", schwarze Menschen, wobei die schwarze Hautfarbe als Schönheitsideal wahrgenommen wird.
Totenfurcht und Heilerkult kommen eine große Bedeutung zu. Auch der "Speisemeisterei" (Vorkostertum) und Initiationsfeiern (junge Männer werden auf ihr Leben als Jäger vorbereitet) spielen eine religiös wichtige Rolle.
In Namibia stellen sie etwa 8% der Bevölkerung (Schätzung 1994: 132.000). Im Zusammenhang mit dem Odendaal-Plan richtete das Apartheidsregime in Südafrika das Damaraland 1973 als Homeland für die Damara zwischen dem Kaokoland und der Namib-Randzone ein. Die Damara leben heute in zumeist ärmlichen Verhältnissen von Gartenbau und Viehzucht oder von der Minenarbeit im sog. "Kupferdreieck".
Nambia – ehemals deutsche Kolonie Deutsch-Südwestafrika und was davon übrig geblieben ist...
Deutsch-Südwestafrika war von 1884 bis 1915 eine deutsche Kolonie auf dem Gebiet des heutigen Staates Namibia. Mit einer Fläche von 835.100 km² war Deutsch-Südwestafrika ungefähr 1,5 mal so groß wie das Deutsche Kaiserreich. 1915 wurde das Gebiet von Truppen der Südafrikanischen Union erobert, unter deren Militärverwaltung gestellt und 1919 gemäß den Bestimmungen des Friedensvertrags von Versailles der Verwaltung Südafrikas übertragen.
Viele Deutschnamibier leben heute bereits in der fünften Generation dort. Die ca. 30.000 Deutschnamibier bezeichnen sich selber häufig als Deutsche, Deutsche aus Deutschland hingegen als "Deutschländer".
Die Deutschen konzentrierten sich vor allem auf Süd- und Zentralnamibia und hier auf die Städte Windhoek und Swakopmund, wo die deutsche Sprache neben Afrikaans und der offiziellen Amtssprache Englisch eine wichtige Verkehrssprache ist. Neben der Sprache bleibt ein landesweiter Einfluss der Deutschnamibier vor allem in Ess- und Festkultur, Vereinswesen sowie Wirtschaftsstruktur lebendig.
Viele Ortsnamen sowie Bauwerke aus der Reichsdeutschen Kolonialzeit prägen heute noch das Bild vieler namibischer Städte und Landschaften, z. B. die vier Sander-Burgen (Heinitz-, Schwerins- und Sanderburg in Windhoek, und Schloss Duwisib bei Maltahöhe) benannt nach ihrem Architekten Wilhelm Sander) , das Hohenzollernhaus, das Bezirksamt und das Alte Amtsgericht in Swakopmund sowie das Görke-Haus in Lüderitz. Auch die zahlreichen militärischen Bauten aus jener Zeit wie z. B. die Alte Feste in Windhoek, die Pionierkaserne und das Lazarett in Swakopmund, ferner die Forts von Sesfontein und Namutoni (Etosha), sowie nahezu alle Bahnhofsgebäude in ganz Namibia.
Weiter gibt es in Namibia ein ausgesprochen aktives Vereinsleben, dessen Wurzeln eindeutig auf die deutsche Kolonialzeit zurückreichen: Turn-, Schäferhund-, Gesangs-, Reit-, Skat-, Kegel- Veteranen-, und sogar Eisstockvereine gibt es nahezu überall dort, wo zumindest sieben deutschstämmige Namibier zusammenkommen. In Windhoek sind der WIKA, der Windhoeker Karneval, der sich an den Kölner und Mainzer Vorbildern orientiert, und das Oktoberfest große Stadtfeste, welche feste Bestandteile Windhoeks sind.
Seit dem frühen 20. Jahrhundert hat sich eine eigenständige deutschnamibische Südwesterliteratur entwickelt: "Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste" (Henno Martin), "Morenga" (Uwe Timm), "Die Erstgeborenen" (Giselher W. Hoffmann) sind auch in Deutschland bekannte Werke. Als Interessenvertretung gilt der Deutsche Kulturrat.
Die ersten Deutschen in Namibia waren die Missionare der Londoner und später dann der Rheinischen Mission. Ihnen folgten die Händler und nach der Anlandung der Bark "Tilly" in der Lüderitzbucht im Jahre 1883 zunehmend deutsche Beamte, Siedler, Handwerker und Soldaten.
Diese Entwicklung stagnierte nach Ende des Ersten Weltkriegs, in dessen Folge Südafrika die Mandatsverwaltung über Deutsch-Südwestafrika übertragen wurde. Im Zuge der sich anschließenden Südafrikanisierung von Südwest wurde etwa die Hälfte der dort noch lebenden 15.000 Deutschen ausgewiesen und deren Farmen Südafrikanern übergeben. Die als "Entgermanisierung" bezeichnete Politik Südafrikas änderte sich erst durch das Londoner Abkommen vom 23. Oktober 1923.
Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges stellte sich Südafrika auf die englische Seite. Die in Südwest-Afrika lebenden deutschstämmigen Bewohner wurden 1939 zunächst unter Farm- oder Hausarrest gestellt und ab 1940 in Internierungslager verbracht, wo sie bis 1946 verbleiben mussten.
Doku "Was heißt denn hier deutsch?"
Mit Wolf von Lojewski durch Namibia
Viele Deutschnamibier leben heute bereits in der fünften Generation dort. Die ca. 30.000 Deutschnamibier bezeichnen sich selber häufig als Deutsche, Deutsche aus Deutschland hingegen als "Deutschländer".
Die Deutschen konzentrierten sich vor allem auf Süd- und Zentralnamibia und hier auf die Städte Windhoek und Swakopmund, wo die deutsche Sprache neben Afrikaans und der offiziellen Amtssprache Englisch eine wichtige Verkehrssprache ist. Neben der Sprache bleibt ein landesweiter Einfluss der Deutschnamibier vor allem in Ess- und Festkultur, Vereinswesen sowie Wirtschaftsstruktur lebendig.
Viele Ortsnamen sowie Bauwerke aus der Reichsdeutschen Kolonialzeit prägen heute noch das Bild vieler namibischer Städte und Landschaften, z. B. die vier Sander-Burgen (Heinitz-, Schwerins- und Sanderburg in Windhoek, und Schloss Duwisib bei Maltahöhe) benannt nach ihrem Architekten Wilhelm Sander) , das Hohenzollernhaus, das Bezirksamt und das Alte Amtsgericht in Swakopmund sowie das Görke-Haus in Lüderitz. Auch die zahlreichen militärischen Bauten aus jener Zeit wie z. B. die Alte Feste in Windhoek, die Pionierkaserne und das Lazarett in Swakopmund, ferner die Forts von Sesfontein und Namutoni (Etosha), sowie nahezu alle Bahnhofsgebäude in ganz Namibia.
Weiter gibt es in Namibia ein ausgesprochen aktives Vereinsleben, dessen Wurzeln eindeutig auf die deutsche Kolonialzeit zurückreichen: Turn-, Schäferhund-, Gesangs-, Reit-, Skat-, Kegel- Veteranen-, und sogar Eisstockvereine gibt es nahezu überall dort, wo zumindest sieben deutschstämmige Namibier zusammenkommen. In Windhoek sind der WIKA, der Windhoeker Karneval, der sich an den Kölner und Mainzer Vorbildern orientiert, und das Oktoberfest große Stadtfeste, welche feste Bestandteile Windhoeks sind.
Seit dem frühen 20. Jahrhundert hat sich eine eigenständige deutschnamibische Südwesterliteratur entwickelt: "Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste" (Henno Martin), "Morenga" (Uwe Timm), "Die Erstgeborenen" (Giselher W. Hoffmann) sind auch in Deutschland bekannte Werke. Als Interessenvertretung gilt der Deutsche Kulturrat.
Die ersten Deutschen in Namibia waren die Missionare der Londoner und später dann der Rheinischen Mission. Ihnen folgten die Händler und nach der Anlandung der Bark "Tilly" in der Lüderitzbucht im Jahre 1883 zunehmend deutsche Beamte, Siedler, Handwerker und Soldaten.
Diese Entwicklung stagnierte nach Ende des Ersten Weltkriegs, in dessen Folge Südafrika die Mandatsverwaltung über Deutsch-Südwestafrika übertragen wurde. Im Zuge der sich anschließenden Südafrikanisierung von Südwest wurde etwa die Hälfte der dort noch lebenden 15.000 Deutschen ausgewiesen und deren Farmen Südafrikanern übergeben. Die als "Entgermanisierung" bezeichnete Politik Südafrikas änderte sich erst durch das Londoner Abkommen vom 23. Oktober 1923.
Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges stellte sich Südafrika auf die englische Seite. Die in Südwest-Afrika lebenden deutschstämmigen Bewohner wurden 1939 zunächst unter Farm- oder Hausarrest gestellt und ab 1940 in Internierungslager verbracht, wo sie bis 1946 verbleiben mussten.
Doku "Was heißt denn hier deutsch?"
Mit Wolf von Lojewski durch Namibia
Doku "Deutsche Kolonien – Afrika brennt"
Die Deutschen haben Kolonien in China, in der Südsee und in Afrika gegründet, doch die Kolonialherrlichkeit wird immer wieder durch Aufstände getrübt. In Deutsch-Südwestafrika liefern sich die Herero erbitterte Kämpfe mit den Schutztrupplern und im heutigen Tansania macht das Zauberwasser "Maji" die Einheimischen zu unerschrockenen Kämpfern. Selbst die traumhafte Südsee erweist sich als mörderisches Paradies.
Doku "Deutsche Kolonien" über die Kolonialpolitik Deutschlands
Die Kolonialpolitik Deutschlands fand mit dem Ersten Weltkrieg ein rasches Ende. Mit dem Versailler Vertrag erlosch jeder Anspruch Deutschlands auf seine ehemaligen Übersee-Territorien. Die Sehnsucht nach den Kolonien lebte jedoch weiter. Kolonialausstellungen, Völkerschauen und Spielfilme zielten auf die nostalgische Verklärung der deutschen Kolonialzeit.
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